Mittwoch, 1. Oktober 2008

Über uns



Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Korea

In der EGDS sind überwiegend evangelische Christen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Korea, die in Südkorea leben, in der deutschen Sprache Gottesdienst feiern und Gemeinde erleben wollen. Im Augenblick sind wir etwa 40 Familien. Besucher sind natürlich immer willkommen. Vom Bekenntnis her sind die meisten lutherisch oder reformiert.



Pfarrer Martin Zamel, Abschiedsworte


Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Gemeinde,

Für mich ist eine wichtige Zeit meines Lebens zu Ende gegangen. Ich verlasse die Gemeinde nach zwei Jahren, die ich hier in Seoul sein durfte. Abschied ist immer schwer, besonders, wenn man viele Menschen kennengelernt hat, die einem ans Herz gewachsen sind und mit denen mich viele gute Begegnungen, Gespräche und Erinnerungen verbinden. Dies hat mein Leben bereichert und reifen lassen.
Ich habe erleben dürfen, wie viel Freude es machen kann, gemeinsam mit anderen an Projekten zu arbeiten und mit ihnen das glückliche Gefühl zu teilen, dass diese gelungen sind. Ja, das hat mir Freude gemacht, manche Ideen in die Tat umsetzen zu können, zusammen mit denen, die sich mit viel Engagement und Gestaltungswillen für ihren Glauben eingesetzt  haben. Vor meinen Augen sehe ich all die vielen Menschen, mit denen ich im  Sonntagsgottesdienst über das Wort Gottes nachgedacht habe und ihnen den stärkenden, göttlichen Segen mit auf ihren Weg geben durfte. Vor mir tauchen Bilder auf:
von fröhlichen Taufen, bemalten Ostereiern, Kindergottesdienstkindern, die sangen und beteten und für die das große Wunder der Schöpfung die Dinosaurier waren; von Konfirmanden, für die die Jesusgeschichten und der christliche Glaube anregende Impulse darstellten. Und nicht zu vergessen unser schönes  Gemeindefest im Pastoratsgarten! So viele Erinnerungen werden bleiben, so viele schöne Momente. Keinen einzigen möchte ich missen! Ich danke Gott und danke den Menschen, dass wir zusammen glücklich waren. Dazu gehören auch die guten Erfahrungen mit der Schwestergemeinde.
Zu jedem Abschied gehört aber auch, dass man nicht nur an das Schöne, sondern auch an das denkt, was nicht so gut war. Ich habe lange überlegt, aber etwas wirklich Schlechtes ist mir nicht eingefallen. Sicherlich, es gab auch Schwierigkeiten, Probleme und Enttäuschungen, aber nichts, was mir die guten Beziehungen zu den Menschen hier getrübt hätte. Ich bin mir aber auch bewusst, dass ich nicht alles richtig gemacht habe. Deshalb möchte ich mich, bevor ich Seoul verlasse, bei all denen entschuldigen, die ich enttäuscht oder unwissentlich verletzt habe. Bitte vergeben Sie mir! Und bleiben Sie, liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer
evangelischen Auslandsgemeinde hier treu, weil die Gemeinschaft der Christen ein festes Band ist in den Stürmen der Zeit, gehalten durch die Kraft des Glaubens!
Ich wünsche der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache, dass sie weiterhin offen bleibt für Neues. Und vor allem dies:
Gott lasse sie wachsen.
Er sei bei Ihnen.
Er schütze Ihre Gedanken.
Er nehme Ihnen die Sorgen von den Schultern.
Er lasse Sie in Ihrem Herzen seine Liebe spüren.
Er schenke Ihnen seine Nähe.
Und er lasse sie nie allein!

Alles Gute und Gottes Segen!
Ihr
Martin Zamel, Pfarrer i.'R.